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innovate! lab für nachhaltige Innovationen aus der Chemie geht an den Start

Berlin University Alliance und Joachim Herz Stiftung erproben neues Modell für wirkungsorientierten Forschungstransfer

Mit der Gründung der „innovate! lab gGmbH“ stärken die Berlin University Alliance (BUA) und die Joachim Herz Stiftung den Transfer von Spitzenforschung in die Praxis. In dem Methoden-Lab soll ein besonders vielversprechender Transferansatz am Beispiel von Forschungsergebnissen aus der Chemie erprobt werden. Gleichzeitig werden die Erfolgsfaktoren dieses Ansatzes durch eine wissenschaftliche Begleitforschung methodisch untersucht und in der Praxis laufend angepasst. So sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie komplexe Innovationsprozesse effektiv gefördert werden können.

News vom 01.04.2025

Mit dem neu geschaffenen „innovate! lab“ startet ein wegweisendes Projekt innerhalb des deutschen Innovationsökosystems. Es soll den Transfer exzellenter Forschungsergebnisse in konkrete nachhaltige Materialien und Technologien vorantreiben. Darüber hinaus werden die Erfolgsfaktoren dieses Ansatzes durch eine wissenschaftliche Begleitforschung untersucht. So können die Unterstützungsmaßnahmen bereits im laufenden Projekt kontinuierlich optimiert und Erkenntnisse für zukünftige Vorhaben gewonnen werden.

 „Berlin gehört zu den besten Innovationsökosystemen in Europa. Die enge Verbindung von Wissenschaft und Industrie ist entscheidend für die Innovationskraft Deutschlands. Gerade im Bereich der chemischen und energieintensiven Produktion liegen hier große Chancen. Mit dem innovate! lab leisten wir einen weiteren Beitrag zur wirtschaftlichen Zukunft des Landes“, betont Dr. Henry Marx, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin.

Die Hamburger Joachim Herz Stiftung fördert den Aufbau des „innovate! lab“ über einen Zeitraum von maximal vier Jahren mit insgesamt bis zu 5 Millionen Euro. „Unser Ziel ist es einerseits, systemische Hürden im Transfer zu überwinden, damit die so dringend benötigten Lösungen für gegenwärtige technologische Herausforderungen in die Praxis gelangen. Andererseits möchten wir verstehen, wie komplexe Innovationsprozesse effektiv gefördert werden können. Aus diesen Erfahrungen sollen tragfähige institutionelle Rollenmodelle entstehen, die bundesweit als Vorbild dienen können“, so Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, Vorstandsvorsitzende der Joachim Herz Stiftung.

Der Push-und-Pull-Ansatz im Praxistest

Die notwendige Umstellung der Chemieindustrie auf erneuerbare Ressourcen und kreislauffähige Produkte bietet aufgrund ihrer starken Abhängigkeit von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung gute Voraussetzungen, um neue Formate für den Transfer von der Forschung in die Praxis zu erproben.

Im „innovate! lab“ werden die Innovationslogiken des „Science-Push" und „Industry-Pull" zusammengeführt. Das bedeutet, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung werden in Marktanwendungen überführt und die Industrie bringt konkrete Bedarfe ein. Dieses Vorgehen wird am Beispiel von bis zu zehn vielversprechenden Transfervorhaben aus der Chemie getestet. Die Erfolgsmessung ist integraler Bestandteil des Programms und orientiert sich insbesondere an der Nachhaltigkeit der geförderten Innovationen.

„Das innovate! lab baut auf den exzellenten Forschungsstrukturen auf, die wir in Berlin im Bereich der Chemie haben, allen voran unsere Exzellenzcluster und das Konsortium greenCHEM, das ein Ökosystem für Innovationen in der Grünen Chemie entwickelt. Langfristig sollen auch Transferaktivitäten aus anderen Forschungsgebieten unterstützt werden. Als Exzellenzverbund tragen wir damit unmittelbar zu den großen Transformationen unsere Zeit bei“, so Prof. Günter M. Ziegler, Sprecher der Berlin University Alliance und Präsident der Freien Universität Berlin.

Privat finanziert und agil – die gGmbH als Modell

Die innovate! lab gGmbH wird von der Kooperationsplattform der BUA, Körperschaft des öffentlichen Rechts, als Alleingesellschafterin gegründet. Die vollständig private Finanzierung, die durch die Förderung der Joachim Herz Stiftung ermöglicht wird, und die Strukturierung der gGmbH bietet agilere Rahmenbedingungen mit Blick auf öffentlich-rechtliche Beschränkungen.

„Mit der Gründung des innovate! lab als 100%ige Tochter des Exzellenzverbunds schaffen wir einen Meilenstein bei der weiteren Gestaltung Berlins zum führenden Wissens- und Innovationsraum. Struktur und Geschäftsmodell des innovate! lab werden Impulse über Berlin hinaus setzen“, erklärt Dr. Alexandra-Gwyn Paetz, Geschäftsführerin der Berlin University Alliance.

Die Berlin University Alliance

Die Berlin University Alliance – der Exzellenzverbund von Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technischer Universität Berlin und Charité – Universitätsmedizin Berlin – positioniert Berlin zu einem der führenden Wissens- und Innovationsräume der Welt, in dem über Disziplinen und Gesellschaftsbereiche hinweg integriert zusammengearbeitet wird. Gemeinsam trägt dieses Ökosystem zum nachhaltigen Gelingen der großen Transformationen bei. Die Berlin University Alliance wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Land Berlin im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern.

Die Joachim Herz Stiftung

Die Joachim Herz Stiftung fördert den Mut, neu anzufangen. Sie wurde 2008 in Hamburg gegründet und gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie setzt sich für Innovation und Transfer aus der Spitzenforschung ein, damit mehr Forschungsergebnisse in die Praxis gelangen und einen gesellschaftlichen Nutzen erzeugen. Sie stärkt Gründerökosysteme und unterstützt eine neue Generation von unternehmerischen Talenten, neben radikaler Innovation auch nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Mit der Förderung von Nachwuchsfachkräften in einer sich durch KI und Digitalisierung wandelnden Berufswelt, trägt sie dazu bei, die berufliche Bildung zu erneuern. Ihr Ziel ist es, wirksame Lösungen für aktuelle Herausforderungen wie Klimaschutz, Ressourcenknappheit oder den Fachkräftemangel zu ermöglichen.

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